Argentinien in dreieinhalb Wochen: Von den Anden nach Patagonien
Letztes Update am 28.10.2026 20:33 Uhr
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Ich suche Weite. Berge, zwischen denen Straßen verschwinden. Salzflächen, an denen der Blick kaum Halt findet. Landschaften, die mich länger beschäftigen als die Frage, wo das nächste Foto entsteht.
Deshalb Argentinien. Bisher kenne ich in Südamerika nur Kolumbien. Jetzt zieht es mich in die trockenen Anden und nach Patagonien. Nach manchen Erfahrungen mit den Touristenströmen in Asien möchte ich herausfinden, wie viel Raum unterwegs bleibt: zum Wandern, Schauen und Fotografieren.
Darin steckt ein Widerspruch. Fitz Roy, Iguazú und Perito Moreno stehen auf meiner Route – und auf vielen anderen auch. Ein berühmtes Ziel wird nicht einsam, weil ich mir Ruhe wünsche. Entscheidend wird sein, wie viel Zeit ich den Orten gebe und was zwischen den großen Namen passiert.
Die Reise liegt noch vor mir. Hier geht es um den Plan: 25 Übernachtungen zwischen Buenos Aires, dem Nordwesten und Patagonien. Um die Landschaften, die mich dorthin ziehen. Und um die Frage, wie viel Argentinien in dreieinhalb Wochen passt, ohne nur durchzureisen.
Die Reise auf einen Blick
Buenos Aires – 1 Nacht zum Ankommen
Salta, Jujuy und Iruya – 10 Nächte für Roadtrip und Hochland
Iguazú – 2 Nächte für die Wasserfälle
Bariloche – 4 Nächte zwischen Seen und Bergen
El Chaltén – 5 Nächte für Wanderungen am Fitz Roy
El Calafate – 2 Nächte am Perito-Moreno-Gletscher
Buenos Aires – 1 letzte Nacht vor der Heimreise
Das ergibt 26 Kalendertage im Land. Die großen Distanzen überbrücken Inlandsflüge. Nur im Nordwesten ist ein Mietwagen vorgesehen. Dort lohnt sich die Freiheit, zwischen Dörfern, Pässen und Aussichtspunkten selbst zu entscheiden, wo die Fahrt unterbrochen wird.
Buenos Aires: Die Stadt bekommt wenig Zeit
Eine Nacht am Anfang, eine am Ende: Buenos Aires bekommt auf dieser Reise nur einen kleinen Teil der Zeit. Für eine Stadt dieser Größe ist das knapp. Die Route setzt ihren Schwerpunkt auf Landschaften; ein Stadtführer für mehrere Tage lässt sich hier nicht nebenbei abarbeiten.
Zum Auftakt ist ein Spaziergang durch Recoleta vorgesehen, dazu ein Café und ein Abendessen. Am nächsten Tag geht es nach Salta. Buenos Aires rahmt die Reise ein. Der längere Aufenthalt beginnt dort, wo die Straßen in die Anden führen.
Salta und Jujuy: Zehn Nächte für Berge, Dörfer und Salz
Der Nordwesten erhält zehn Nächte – den größten zusammenhängenden Zeitblock der Reise. Hier liegen die Landschaften, die mich besonders neugierig machen: kahle Hänge, farbige Gesteinsschichten und Dörfer zwischen den Bergen. Mit dem Mietwagen soll genug Spielraum bleiben, unterwegs anzuhalten.
Von Salta führt die Route in die Quebrada de Humahuaca. Entlang der Nationalstraße 9 liegen Purmamarca, Tilcara und Humahuaca. Bei Purmamarca erhebt sich der Cerro de los Siete Colores, bei Maimará zieht sich die Paleta del Pintor über die Berghänge. Die bekannten Aussichtspunkte geben Ziele vor. Die Zeit dazwischen bleibt für die Orte und ihre Umgebung.
Auf dem Weg zu den Salinas Grandes verändert sich der Maßstab. Die Straße schraubt sich über die Cuesta de Lipán auf mehr als 4.000 Meter. Dann öffnet sich die Salzebene: Weiß bis zum fernen Gebirgsrand, dazwischen Becken und Spuren im Salz. Genau solche Landschaften haben mich auf Argentinien gebracht.
Weiter nördlich steht der Hornocal auf dem Plan. Seine gezackten Gesteinsschichten wären ein weiterer Grund, den Blick vom Straßenrand zu lösen. Für die Schotterzufahrt ist ein lokaler Fahrer vorgesehen; Höhe und Straßenverhältnisse müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Cafayate bleibt diesmal draußen. Auch diese Entscheidung gehört zur Route: Zusätzliche Orte kosten Fahrzeit. Zehn Nächte im Nordwesten sollen Gelegenheit geben, irgendwo länger zu bleiben.
Iruya: Zwei Nächte hinter den Serpentinen
Iruya gehört zur Provinz Salta, die Anfahrt führt auf dieser Route aber von Humahuaca in Jujuy durch die Berge. Kurven und Schotter bestimmen den Weg. Dafür ist ein Bus oder lokaler Transfer geplant; der Mietwagen bleibt für diesen Abschnitt stehen.
Auf den Bildern drängen sich die Häuser an den Hang. Vor den Bergen steht die gelbe Kirche, Gassen ziehen sich durch das Dorf. Zwei Nächte sind eingeplant. Damit muss sich der Aufenthalt nicht auf Anfahrt, Aussichtspunkt und Rückfahrt beschränken.
Eine mögliche Wanderung führt durch das Flusstal nach San Isidro. Ob sie sich umsetzen lässt, hängt von den Bedingungen vor Ort ab. Iruya ist eine Station, an der ich besonders gespannt bin, was zwischen den Fotomotiven liegt.
Iguazú: Der Bruch in der Route
Nach Salz und trockenen Bergen folgt Regenwald. An der Grenze zu Brasilien stürzt der Río Iguazú über Felskanten; zwischen den Kaskaden liegen bewaldete Inseln, über den Schluchten steht Gischt. Kaum eine andere Station verändert die Landschaft dieser Reise so stark.
Auf der argentinischen Seite führen die oberen Rundwege an die Abbruchkanten, die unteren näher an die Wasserfälle. Das Foto unten zeigt einen Blick vom unteren Rundweg. Schon die verschiedenen Perspektiven sprechen dafür, diesem Nationalpark einen ganzen Tag zu geben.
Zwei Nächte sind reserviert. Das bedeutet: ein voller Tag zwischen An- und Abreise. Die argentinische Seite hat Vorrang. Ein Besuch in Brasilien kommt nur infrage, wenn am Abreisetag genügend Zeit bleibt. Welche Stege und Rundwege geöffnet sind, muss kurz vor dem Besuch geprüft werden.
Iguazú soll ein Höhepunkt werden. Ein stiller Rückzugsort ist damit nicht versprochen. Der Wunsch nach weniger Gedränge muss sich auf dieser Reise mit dem Wunsch vertragen, auch ihre berühmten Landschaften zu sehen.
Bariloche: Patagonien beginnt am Wasser
Bei Bariloche bekommt die Reise wieder andere Farben: Seen, Wald und Fels. Am Nahuel Huapi greifen Buchten und Halbinseln ineinander, dahinter steigen die Berge auf. Nach dem Nordwesten und Iguazú beginnt hier der Teil der Reise, in dem das Wandern mehr Raum bekommt.
Vier Nächte ergeben drei volle Tage. Für einen davon sind der Circuito Chico und der Cerro Campanario vorgesehen. Der Rundblick über Nahuel Huapi und Lago Moreno soll zunächst zeigen, wie diese Seenlandschaft zusammenhängt.
Die übrigen Tage bleiben für Wanderungen. Welche Wege es werden, entscheiden Wetter und Wegzustand. Danach geht es per Flug nach El Calafate und auf der Straße weiter nach El Chaltén. Dort wartet der längste Wanderaufenthalt der Route.
El Chaltén: Vier Tage – und das Wetter entscheidet
Fitz Roy und Cerro Torre geben diesem Abschnitt seine Richtung. Viele Wanderwege beginnen direkt in El Chaltén und führen durch Wald und Täler zu Bergseen. Die Granitspitzen darüber sind der Grund, weshalb fünf Nächte für den Ort reserviert sind.
Die Laguna de los Tres steht weit oben auf der Liste. Der Aufstieg beansprucht einen ganzen Wandertag; vor der Lagune wartet noch ein steiler Schlussanstieg. Dazu kommen als mögliche Touren die Laguna Torre und die Loma del Pliegue Tumbado.
Eine feste Reihenfolge wäre wenig wert, wenn die Gipfel in Wolken hängen. Vier volle Tage geben Spielraum, die Touren nach den Bedingungen zu wählen. Sie garantieren keinen freien Blick. Wind, Schnee oder schlechte Sicht können auch einen großzügig wirkenden Plan zusammenstreichen.
Hier wird besonders deutlich, was zusätzliche Zeit bringt: die Chance auf einen zweiten Versuch. Nach der langen Anreise möchte ich nicht schon wieder abreisen müssen, nur weil der erste Wandertag keinen Blick auf den Fitz Roy erlaubt.
El Calafate: Zum Schluss eine Wand aus Eis
Nach El Chaltén führt die Route zurück nach El Calafate. Zwei Nächte schaffen einen vollen Tag für den Perito-Moreno-Gletscher im Nationalpark Los Glaciares.
Gegenüber der Eisfront verlaufen Stege und Aussichtspunkte. Von dort lässt sich verfolgen, wie sich Spalten, Eisflächen und die Front zum Wasser hin staffeln. Ein Abbruch wäre ein besonderer Moment; einplanen lässt er sich nicht.
Zunächst gehören die Stunden den Wegen gegenüber dem Gletscher. Eine Bootsfahrt oder geführte Aktivität bleibt eine zusätzliche Option. Nach den Wandertagen wechselt hier noch einmal die Perspektive: Die Landschaft kommt bis an den Aussichtspunkt heran.
Was diese Route kostet: Wege, Zeit und Verzicht
Am Ende geht es zurück nach Buenos Aires. Ein Nachmittag, ein Abend und der nächste Vormittag bleiben vor dem Heimflug. Dazwischen liegen 25 Übernachtungen und 26 Kalendertage im Land.
Diese Route verbindet weit auseinanderliegende Regionen. Dafür braucht sie Inlandsflüge und Transfers; sie ist keine Reise mit kurzen Wegen. Buenos Aires und Iguazú bleiben knapp. Der Nordwesten und El Chaltén bekommen die längeren Aufenthalte. Wer sie nachreisen möchte, sollte vor allem diese Gewichtung prüfen.
Ob ich dabei die Ruhe finde, die ich suche, weiß ich noch nicht. Die bekannten Ziele geben das nicht her, bloß weil zwischen ihnen viel Land liegt. Aber der Plan lässt Zeit für mehr als Ankommen und Weiterfahren.
Von Kolumbien kenne ich bisher meinen Ausschnitt Südamerikas. Argentinien soll ihn erweitern: um Salzflächen, Andendörfer, Wanderwege und Eis. Wie sich diese Weite tatsächlich anfühlt, wird erst die Reise zeigen.
Bildnachweise
Die Fotografien illustrieren die geplanten Reiseziele und stammen von Unsplash. Alle sechs Originalseiten weisen die Unsplash-Lizenz aus; sie erlaubt auch die Nutzung in einem veröffentlichten Blog. Geprüft am 28. Oktober 2026. Titelbild auf 4:3 und Salinas Grandes ins Querformat zugeschnitten; keine Montagen oder KI-Bilder.
Titelbild / Fitz Roy: Venti Views / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
Salinas Grandes: Lucas Leonel Suárez / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
Iruya: Sonia Nadales / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
Iguazú: Derek Oyen / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
Bariloche / Nahuel Huapi: Daniela Paola Alchapar / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
Perito Moreno: Hans-Jürgen Weinhardt / Unsplash · Originalfoto · Unsplash-Lizenz
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